An meinen Vater

... ich habe dich immer gesucht, du warst nirgendwo zu finden. Auf Fragen als Kind habe ich Backpfeifen bekommen und später hab ich immer weiter gesucht bis vor ein paar Jahren ... da erfuhr ich das du 1984 schon verstorben wärest.

Zum 60. Geburtstages meines Bruders am 7.6.13 waren wir zum Überraschungsbesuch. Immerhin war ich 20 Jahre nicht in meiner Geburtsstadt und habe auch 20 Jahre meine Schwestern nicht gesehen... aber es sind alte Erinnerungen hochgekommen und so hat mir jemand verraten wie man so eine Suche mit Erfolg macht.
Allerdings habe ich mein Wort gegeben darüber zu schweigen.

Der Erfolg berichtete mir du bist am 30.6.2013 verstorben... warum, habe ich es nicht wenigstens ein paar Monate eher getan? Warum ist es mir nicht vergönnt gewesen dich auch nur einmal zu sehen? Nur einmal dich zu spüren, bin ich doch ein Teil von dir.

Ich bin unendlich traurig...

Jetzt hoffe ich auf deine Witwe, das sie Herz zeigt und mir ein Foto von dir schickt...ich hoffe so sehr darauf.
Es war immer mein größter Wunsch all die Jahrzehnte dich zu sehen und wenns nur ein Foto ist.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ich habe heute deiner Witwe einen sommerlichen Blumenstrauß geschickt und nun warte ich...

deine, wenn auch nicht erwünschte Tochter. 

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Der Anruf um den ich gebeten habe mit dem Blumenstrauß kam prompt...ich hatte richtig Herzklopfen als ich den Hörer abnahm.
Jedoch war es nicht die Witwe, sondern der Pflegedienst der mir mitteilte das deine Witwe nicht mehr in der Lage ist zu telefonieren. Er gab mir die Telefonnummer deiner Schwägerin, also der Schwester deiner Witwe.

Na ja was ich dann so erfahren konnte war eben nicht so prickeln. Ich soll noch einen Halbbruder haben und auch erzählte sie nicht gerade freundliches von dir.

Somit beende ich die Suche und in Gedanken bin bei deiner Beerdigung...bei der wahrscheinlich niemand war...es ist mehr als traurig.

So machs denn gut.
 
Die Hoffnung ist nun auch gestorben.